RABAT: rund um den Hassan Turm

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babaldar

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RABAT: rund um den Hassan Turm

von babaldar am 16.03.2010 20:25

Rechts des Hassan-Turms, wie auch entlang der Südwestseite der Moschee, sind noch Reste der in Stampflehmtechnik errichteten Außenwände der Moschee erhalten, die mit ihren Massen von 183m x 139m sogar noch die von Cordoba (179m x 130m) übertreffen sollte. Die Dimensionierung dieser und anderer Moscheebauten verdeutlichen den politischen und religiösen Großmachtanspruch der Almohaden-Herrscher gegen Ende des 12. Jh., die sich vor keiner anderen Macht der Welt, sei es im islamischen oder im christlichen Bereich, verstecken mussten. Der Innenraum sollte, anknüpfend an Cordoba und Kairaouaneden bedeutendsten Moscheen des Westens, und in offensichtlicher Abgrenzung zu den unmittelbaren almoravidischen und almohadischen Vorläuferbauten, wieder mit Säulen ausgestattet werden, die hier jedoch, in Ermangelung von Spolien, aus einzelnen Trommeln zusammengesetzt und ohne Basis in den Fußboden eingelassen sind und obendrein keine skulptierten Kapitelle, sondern nur noch Kämpferplatten haben. Wie der Grundriss zeigt, waren außer dem Reinigungshof vor dem Minarett noch zwei weitere Innenhöfe zur Durchlichtung und Belüftung des riesigen Gebetsraumes geplant. Die vom Minarett zum Mihrab verlaufende Mittelachse des Baus ist hervorgehoben durch ein leicht verbreitetes Transept, das ein dreiteiliges Querschiff unmittelbar vor der Kiblawand durchstößt, deren astronomische Ausrichtung nach Südsüdost wie bei fast allen Moscheen des islamischen Westens von der vorgeschriebenen Orientierung nach Mekka abweicht.
Nach dem Tod Mohammeds V. Im Jahr 1961 wurde der südöstliche Teil des Komplexes völlig neu gestaltet. Etwa in Höhe der Querachse der beiden Lichthöfe der ursprünglichen Moschee errichtete der vietnamitische Architekt Vo Toan in den Jahren 1961-1967 eine kleine Moschee. Rechts und links baute er die Mausoleen von Mohammed V. und Hassan II., deren Stil sich von den hohen Kuppelgräbern der Meriniden in Fes deutlich unterscheidet. Während vor allem in Bezug auf die prächtige Ausstattung eine gewisse Anlehnung an die Saadier- Gräber in Marrakech nicht zu leugnen ist. Der eigentliche Grabraum Mohammed V., in welchem sich auch das Grab des Prinzen Moulay Abdullah, eines früh verstorbenen Bruders Hassan II. befindet, liegt versenkt. Eine Erinnerung an indische Grabmäler der Mogulzeit; man kann ihn nur von einer umlaufenden Galerie, die von äusserst kleinteiligen Kachelmosaiken und filigranen Stuckornamenten in traditioneller Manier geschmückt ist, einsehen.

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